Kolibri - interkulturelle Stiftung

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Kolibri bietet Hilfe für Flüchtlinge, Migranten und deren Nachkommen, binationale Familien und Partnerschaften, Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern bei uns stranden, sowie Behinderte, Gefolterte und Traumatisierte.

Frauenprojekt: Chancen für ein eigenständiges Leben

Frauenprojekt - Chancen für ein eigenständiges Leben„Ich komme aus der Türkei, bin verheiratet nach Deutschland gekommen und habe drei Töchter. Seit 19 Jahren bin ich in Deutschland, seit neun Jahren geschieden.“ So fasst Akgül knapp ihr Leben zusammen.


2007 kam Akgül zur IG; eine Freundin brachte sie in das Frauenprojekt. Ihre Geschichte erzählt sie so: „Mein Mann plante eines Tages während unseres Heimaturlaubs allein mit meinen Schwiegereltern und den Kindern zurück nach Deutschland zu fahren, ich sollte in der Türkei bleiben. Eine Bekannte im Kindergarten in Deutschland nahm daraufhin Kontakt mit Frau Tanyeri vom Frauenprojekt auf, das am Ende meine Rückreise nach Deutschland finanziert hat.“ Zwei Monate verbrachte Akgül im Frauenhaus, seit der Scheidung lebt sie mit den Töchtern alleine.

Dr. Jale Tanyeri, Leiterin des Frauenprojekts, erzählt dazu: „Akgül hat in der IG einen Integrationskurs besucht und spricht mittlerweile gut Deutsch. Jetzt arbeitet sie als Betreuerin von Kindern, deren Mütter ebenfalls an einem Integrationskurs in der IG teilnehmen. Zurzeit besucht sie einen B2-Deutschkurs, den das Frauenprojekt zweimal in der Woche für ihre Kinderbetreuerinnen kostenlos anbietet, damit sie im Anschluss die Ausbildung zur Tagesmutter machen können. Akgüls Wunsch ist es, nach dem erfolgreichen Abschluss des B2-Deutschkurses eine Ausbildung zur Kinderpflegerin zu machen. Sie ist stolz, das alleine geschafft zu haben, ohne Unterstützung von Mann und Eltern. Für die Zukunft ihrer Kinder war ihr keine Arbeit zu viel.“

Obwohl Akgül alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist und wenig Geld hat, nimmt sie sich Zeit für das Lernen der deutschen Sprache, auch wenn es nach Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln immer zu wenig ist, wie sie selber sagt.
Ihre Kinder sind für sie das Wichtigste: „Ich möchte, dass meine Kinder die Schule abschließen, Abitur machen und zur Universität gehen können, damit sie später einen guten Beruf ausüben können.“

Dass sie in Deutschland einmal glücklich sein würde, hatte sie sich früher nicht vorstellen können. Ihr Leben in der Türkei war nicht einfach. Nur fünf Jahre Schule, heiraten mit 16. Ein hartes Leben auf dem Land mit wenig Geld. Die beruflichen Möglichkeiten waren gering. Ihren Kindern wünscht sie ein besseres Leben mit größeren Chancen.

Dr. Jale Tanyeri hat Akgüls sprachliche und soziale Entwicklung bei der IG begleitet. „Sie ist jetzt kämpferisch und sie weiß, was sie will. Sie hat viele Kontakte mit deutschen Frauen und ist sehr gut integriert, was für ihre Kinder schon selbstverständlich ist." Das Frauenprojekt hilft nicht nur Akgül, sondern sehr vielen Frauen und Müttern in München. „Unser Ziel ist es, die Frauen in dieser Gesellschaft zu integrieren. Dabei ist Sprache das Wichtigste. Wir wollen, dass es gleiche Chancen für Frauen in dieser Gesellschaft gibt. Wir möchten auch, dass die kulturelle und soziale Integration gelingt. Dazu bieten wir unterschiedliche Aktivitäten an: Theatergruppe, Malgruppe, Gymnastik, Selbsthilfegruppen“. Nicht nur bei Akgül, sondern bei vielen Frauen hatte das Frauenprojekt bereits großen Erfolg.
Tabea Eppelein, Praktikantin bei der IG

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